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Zu viel, zu schnell.

Tochter sein. Verantwortung übernommen haben für die eigene Mutter, ehe ich noch in die Schule ging. Verschwunden war sie im November '89 [lange her], da ist ein Bild von uns drei Wochen vor der Einlieferung. Gutes Mädchen spielen, Frühstück machen und singen, um sie "ein wenig gesund gemacht" zu haben.
Wieder den Kopf über dem Chaos tragen, das von zwei alternden Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs ausgeht. Eigene Bedürfnisse hinten anstellen, organisieren, tragen, Streit schlichten, Verständnis spenden.

Kind gewesen, Lieblingsenkel, deren Bild wie ein Idol auf dem Schreibtisch des Großvaters stand anstelle dem der Ehefrau. Schon immer Postkarten und Briefe geschrieben haben, auch in Zeiten, die ich nicht in meiner Erinnerung habe. Die Sehnsucht nach dem Vater, ATI, ungestillt, ohne Zeichen abgewiesen, Geborgenheit bei den Eltern der Mutter finden, dankbar Bilder zeichnen, kleben, schreiben.
Diese Vaterfigur verloren haben mit dem Gefühl, ihm nicht gerecht geworden, nicht genug gezeigt zu haben, wie wichtig er mir war. Am Grab stehen ohne Regung aber mit diesem Lachen, dieser Traurigkeit in seinem Arbeitszimmer. Wissen, dass die geliebten dunklen Möbel dort verschwunden sein werden, dass die Eulenköpfe noch seinen Hauch, aber nicht mehr seine Arbeit tragen. Wissen, dass sein Werk gepflegt wird und geehrt von einem Historiker, Erfurt heißt er, witzig.

Das alles nicht teilen können mit dem Geliebten. Warten auf Deine Stimme, auf Dein Zeichen, es erhalten und ernüchtert erfahren, dass ich wieder Tage warten muss. Wissen, dass ich zu Dir fahren kann, 800km weit. 80 Euro hin, 80 zurück, aber erst in Wochen.
Nachdenken über Deine Worte. Mein bester Freund sein und Geliebter. Gefährlich, weil die Ausschließlichkeit droht und etwas in mir mich dahin treibt; verlockend, weil das vielleicht die Form ist, in der eine Beziehung am längsten bestehen kann; verwirrend, weil es ja doch eine Stufung der Freundschaft voraussetzt, die ich grundsätzlich nicht habe und Du auch abgelehnt hast, aber in der Liebe? Du wolltest keine Sonderrolle. Gleichzeitig Angst haben, Fehler zu machen, darum spreche ich ja so kalt über meine Ängste, was falsch ist, weil sie heiß sind, siedend; Angst davor, etwas Wichtiges zu zerstören, auch davor, zu offen mich zu äußern, zu verletzen. Außerdem fällt es mir ja wirklich schwer, in manchen Dingen mit Dir zu sprechen, wie ich es zu Freunden täte. Ist das falsch?

Unruhe, Händezittern, Bauchgrimmen. Zu viel Kaffee, zu wenig Schlaf und Flüssigkeit, zu viel Druck und Eindruck, meine Unfähigkeit, zu warten und kalte Finger.

 

Über allem steht geschrieben:

Es wird Herbst.
21.9.07 00:44


Danke!

10.6.07 16:45


there's no right way or wrong way
you just have to live.

[Bright Eyes - Hit The Switch] 

Manche Wahrheiten sind erschreckend einfach. Inzwischen habe ich mich von dem Schock erholt, den mir die Erkenntnis brachte, dass das Leben auch nach Dramen, die uns den Weltuntergang bedeuten, einfach weitergeht.

Ich habe neu gelernt, zu sehen, mich einzufühlen, hinzugeben an die Regung und bin dabei um vieles ehrlicher geworden mit mir und der Welt. In diesem Prozess, den ich erst als Protest gegen Gewesenes empfunden - und zugelassen - habe, sind mir die Menschen neu begegnet. Mitten in diesem Auflehnen gegen selbst gesetzte [teils angenommene] Regeln habe ich wieder jemanden gefunden, mit dem ich leben möchte. Das für unmöglich gehalten zu haben, ist unglaublich naiv gewesen, störrisch und --- menschlich.

Das ist es, was mir geschieht: Eine neue Menschlichkeit entsteht in und mit mir, und sei es nur für mich.

Lass Dich umarmen, Fremder.
Ich bin glücklich.

4.6.07 22:37


Ich habe eine wunderbare Zeit erlebt: Freunde und Fremde, eine Befreiung der Lust und das Schweben zwischen Musik, Alkohol und wechselhaftem Wetter.
All das hat mich so aufgeladen, so neugierig gemacht und enthemmt, dass ich vor der Leere, die sich jetzt wieder einstellt, umso mehr erschrecke.
Dabei gibt es keinen Grund dazu. In ein paar Tagen sehe ich diesen so schönen, schönen Menschen wieder, morgen kann ich wieder arbeiten. Was macht mich so unruhig, ungesättigt? Es ist, als wartete ich auf eine Fortsetzung dieser intensiven Tage. Richtig wäre es, sie einfach zu leben.

Vielleicht aber brauche ich diese Ruhe jetzt. Innehalten, Augen schließen und mir deutlich machen, was ich habe - hier und jetzt.

Ich suche einen frühen Schlaf.
30.5.07 21:57


Niemand erzählt

Wieder Made gewesen.
Habe ich mit Gier
mich an Mündern gelabt,
an Lippen.

Ihr habt mich rund gemacht
mit Worten, widerstrebend
manchmal.
Manchmal mit Lust.

Jetzt suche ich den Ort
zum Ausruhen, zum Wachsen.
Und Fliegen lernen.
Habt Geduld.

Niemand erzählt
von der Zeit im Kokon.
5.3.07 20:20


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